Dein Kind lässt sich schnell ablenken? Hier zeigen wir dir Ideen für konzentriertere Lernzeiten und gemeinsame Spiele.

Manche Aufgaben fallen Kindern leicht, bei anderen schweifen die Gedanken schnell ab. Schau zunächst auf die Situation: Ist dein Kind müde, hungrig oder nach einem langen Tag erschöpft? Ist die Aufgabe verständlich? Schon ein ruhigerer Platz oder ein kleinerer erster Schritt kann den Einstieg erleichtern.

Wie du dein Kind beim Konzentrieren unterstützen kannst

Beginnt mit einer überschaubaren Veränderung und schaut gemeinsam, ob sie hilft. Statt alle Hausaufgaben auf einmal vor euch zu legen, könnt ihr zuerst eine Aufgabe auswählen. Lies die Anweisung mit deinem Kind und lass es mit eigenen Worten sagen, was es tun soll. Danach kann es den ersten Schritt ausprobieren.

Räumt Dinge zur Seite, die gerade nicht gebraucht werden. Ein ausgeschalteter Fernseher und ein Handy außerhalb des Blickfelds schaffen mehr Ruhe. Manche Kinder arbeiten gern mit einer erwachsenen Person in der Nähe, andere möchten es zuerst allein versuchen. Frag dein Kind, was es dabei angenehm findet.

Plant Pausen ein, bevor aus Anstrengung nur noch Frust wird. Einmal aufstehen, etwas trinken oder kurz nach draußen gehen kann ein guter Wechsel sein. Dafür braucht es keine starre Minutenvorgabe: Ihr könnt beispielsweise nach einem überschaubaren Aufgabenblock eine Pause vereinbaren. Sag anschließend konkret, was gelungen ist: „Du hast die erste Aufgabe selbst angefangen.“

Essen, Schlaf und Bewegung im Alltag

Ein regelmäßiger Tagesablauf kann euch helfen, Lernen und Erholung unterzubringen. Nach einer kurzen Nacht oder einem anstrengenden Schultag ist eine zusätzliche Aufgabe oft schwerer als an einem ausgeruhten Vormittag. Überlegt, wann euer Kind eine Pause braucht und wann eine passende Zeit für Hausaufgaben ist.

Beim Essen reichen alltagstaugliche Mahlzeiten: etwa Brot oder Haferflocken zum Frühstück, Obst oder Gemüse und Wasser zum Trinken. Gemeinsames Essen und Bewegung gehören zum Alltag, müssen aber nicht zu einem weiteren Trainingsprogramm werden.

Konzentrationsprobleme sind kein Beleg für einen Nährstoffmangel. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitaminpräparate oder Krillöl sind keine nachgewiesene Behandlung für ADHS. Für solche beworbenen Mittel fehlt laut IQWiG (externer Link) ein ausreichender Wirksamkeitsnachweis. Wird tatsächlich ein Mangel festgestellt, kann die Kinderarztpraxis gezielt klären, was dein Kind braucht.

Gemeinsam spielen, ohne Leistungsdruck

Memory und „Ich packe meinen Koffer“ lassen sich leicht an eure Runde anpassen. Dabei könnt ihr euch Dinge merken und Spaß am gemeinsamen Spielen haben. Ein Spiel muss weder eine Konzentrationsstörung behandeln noch ein bestimmtes Ergebnis bringen.

Für eine kurze Memory-Runde nehmt ihr zunächst nur wenige Kartenpaare. Legt sie verdeckt aus und deckt abwechselnd zwei Karten auf. Wenn die Runde zu leicht wird, kommen beim nächsten Mal weitere Paare dazu. Dein Kind kann mitentscheiden, wann ihr aufhört.

Bei „Ich packe meinen Koffer“ nennt ihr reihum einen Gegenstand und wiederholt die bisherigen Dinge. Für jüngere Kinder könnt ihr echte Gegenstände vor euch legen. Eine andere Variante: Eine Person verändert etwas an einer kleinen Reihe von Spielzeugen, die andere entdeckt den Unterschied. Weitere Beschäftigungen für gemeinsame Nachmittage findest du bei unseren Spielideen für Regentage.

Wann eine fachliche Abklärung sinnvoll ist

Wenn die Schwierigkeiten länger anhalten und dein Kind beim Lernen, in Freundschaften oder im Familienalltag deutlich belasten, sprich mit der Kinderarztpraxis. Notiere vorher einige konkrete Situationen: Wann fällt das Dranbleiben schwer? Was klappt gut? Was beobachten die Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen?

Aus Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit oder Unruhe allein lässt sich keine ADHS-Diagnose ableiten. Bei der Diagnostik (externer Link) werden unter anderem Dauer, Ausmaß und Auftreten in mehreren Lebensbereichen berücksichtigt. Eure Beobachtungen helfen dabei, passende Unterstützung zu finden.

Porträt von Melanie

Melanie

Mutter einer wunderbaren Tochter. Seit der Geburt meines Sonnenscheins schreibe ich hier über alles, was im Elternleben so relevant sein könnte.